„MEIN VATER WAR FÜR ABTREIBUNG, MEINE MUTTER NICHT“

Scheidung und Scheidungskinder – ein Interview

Emanuel (Name geändert) ist schon seit seiner Geburt ein Scheidungskind. Wir haben vor zwei Wochen ein Interview mit ihm geführt, um herauszufinden wie er zum Thema „Scheidung“ und „Scheidungskinder“ steht.

Quelle: Pixabay

Haizeit: Hallo, Emanuel. Du bist ein Scheidungskind, richtig?

Emanuel: Ja.

Haizeit: Erzähle uns ein bisschen über dich.

Emanuel: Also, als erstes, ich bin ein sehr großer Feminist. Love to the girls and all the beautiful women in this club (kichernd). (Ernst) Meine Mutter und mein Vater sind geschieden, eigentlich schon seit ich geboren bin, denn mein Vater war für Abtreibung und meine Mutter nicht.

Haizeit: Aber du kennst deinen Vater schon, oder?

Emanuel: Ich kenn meinen Vater schon.

Haizeit: Hast du noch Kontakt zu ihm jetzt?

Emanuel: Ja, er wohnt sogar in der Nähe von mir und ist trotzdem noch immer ein großes Arschloch.

Haizeit: Aber habt ihr noch viel Kontakt zu einander?

Emanuel:Ja…Nein, eigentlich nicht wirklich um persönlich mit ihm zu reden, aber um meine Halbgeschwister zu sehen und mit ihnen Kontakt zu haben.

Haizeit: Und wie hast du Kontakt zu deinen Halbgeschwistern, wenn du deinen Vater gar nicht sehen willst?

Emanuel:Ja, ich ruf halt immer bei ihm an, halt nicht wegen ihm, aber wie schon gesagt halt um mit meinen Halbgeschwistern zu reden, weil die sind halt von der Vaterseite.

Haizeit: Waren deine Eltern jung als sie dich bekommen haben?

Emanuel: Nicht wirklich, meine Mutter  war 23, jung ist übertrieben aber auf keinen Fall alt.

Haizeit: Also fährst du nicht wie die meisten Scheidungskinder jedes Wochenende zu deinem Vater?

Emanuel: Nein, das würde ich nicht aushalten.

Haizeit: Denkst du, dass dich die Scheidung stärker gemacht hat?

Emanuel: Das auf jeden Fall,  weil mein Vater ist jetzt nicht der beste Typ und mit ihm zu leben wäre nicht so toll und wär auch nicht das Beste für meine Mutter  und ich denke, dass das alleine leben mit meiner Mutter uns verbunden hat. Ich hab in meinem Leben auch sehr viel von meiner Mutter gelernt, also ich wär auf jeden Fall nicht der, der ich heute bin, ohne der Hilfe meiner Mutter.

Haizeit: Hast du noch andere Geschwister?

Emanuel: Ja, meine Mutter muss alleine auf drei Kinder aufpassen und deshalb war ich wie so ein „Fake Vater“  für meine Geschwister, obwohl ich selber einen Vater gebraucht hätte.

Haizeit: Danke, das du das mit uns geteilt hast.


Interview von Ella A. und Amina B.

 

 

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