HaiZeit’s neuester Coup: Ein Exklusiv-Interview mit Josef Hader zu seinem neuen Film „Wilde Maus“! Unsere Top-Reporterinnen Kaya S. und Yuna P., im Gespräch mit dem österreichischen Regisseur, Schauspieler und Kabarettisten:

Josef Hader; Bild: Wikipedia.

HaiZeit: Wie kamen Sie auf die Idee für Ihren Film?

Josef Hader: Also, ich habe einen Freund der Journalist ist und der ist ca. so alt wie ich und der hat sehr gekämpft um seinen Job zu behalten. Ich habe mir dann überlegt, was passiert, wenn er entlassen wird und was macht er dann? Dann habe ich mir gedacht, das ist ein tolles Thema, dass Journalisten, die bei einem Print Medium schreiben, bei einer Zeitung, dass wenn sie mal arbeitslos sind, dass sie dann fast keine Möglichkeiten haben ihren Beruf wieder zu ergreifen, weil die Journalisten bei den Zeitungen abgebaut werden. Ich habe mir dann gedacht, das wäre ein schöner Anfangspunkt, wenn jemand so ganz aussichtslos seinen Job verliert, ohne die Chance diese Arbeit wieder wo anders machen zu können und was passiert dann mit dem. Also, ein bisschen so wie in einem Labor, wenn man einem Versuchstier irgendeine Aufgabe gibt und dann schaut, wie es reagiert. Und so stell ich mir einen Menschen vor, in einer sehr extremen Situation und überleg mir, wie reagiert er darauf? Und von der Idee ausgehend ist die ganze Geschichte dann entstanden. Das ist dann eigentlich so, als würde man einen Baum ohne Blätter hinstellen und langsam fliegen die Blätter dran. Da kommt eine kleine Idee, noch eine kleine Idee und so wächst das.

HaiZeit: Hätten Sie diesen Film nicht selber gedreht, würden Sie ihn sich dann im Kino anschauen?

Josef Hader: Das ist eine schwere Frage… das ist so schwer zu beantworten. Die Frage ist, ob ich dann schon Filme von mir gesehen hätte, oder nicht. Ob ich mich überhaupt kennen würde. *lacht* Es ist sehr schwer zu beantworten, wenn man ganz wer anderer wäre. Es kommt darauf an, was für Interessen ich hätte. Ich habe den Film so geschrieben, dass er mir gut gefällt, also wenn man etwas schreibt, ist man ja selber das erste Publikum. Ich überleg mir beim Schreiben eigentlich nicht, was irgendeinem Publikum gefallen würde, ich schreib einfach nur was mir gefällt. Insofern, wenn ich noch derselbe Mensch wäre, würde ich ihn mir wahrscheinlich schon ansehen, wenn ich davon gehört hätte.

HaiZeit: Haben Sie in dem Film einen Lieblingscharakter?

Josef Hader: Ja ich mag am liebsten den Erich, der im Prater zuerst bei der Liliputbahn gearbeitet hat und dann rausgeflogen ist, der ist der, der mich im Film am meisten berührt.

HaiZeit: Gab es irgendwelche speziellen Komplikationen beim Dreh?

Josef Hader: Ja, es gab immer kleine Schwierigkeiten, die sind einfach natürlicherweise da. Was jeden Tag eine Schwierigkeit ist, ist dass man jeden Tag soundso viele Minuten drehen und bestimmte Szenen fertigkriegen mMUSS, man kämpft gegen die Zeit. Es gibt eine Szene, die wir wegen dem Wind gar nicht drehen konnten, das war auf einer Terrasse. Also wir haben es trotzdem versucht, sie zu drehen und sie ist überhaupt nichts geworden. Eben weil so ein starker Wind war, dass man es doch nicht verwenden konnte. Man konnte die Szene gar nicht so drehen wie man wollte, weil wenn wir auf dieser hohen Hochhaus-Terrasse weiter hinausgegangen wären und hinuntergeschaut hätten, dann wäre so ein Wind gewesen, dass wir uns festhalten hätten müssen und das heißt die konnten wir einfach nicht drehen. Die war dann längere Zeit nicht im Film und dann hat die Produktion aber erlaubt, dass wir sie nachdrehen. Das heißt, sie nach den Dreharbeiten nochmal zu drehen und da haben wir das dann halt anders gemacht, weil sie haben gesagt, dass der Wind dann wieder so stark sein könnte.

HaiZeit: War es schwierig für Sie, Schauspieler und Regisseur gleichzeitig zu sein?

Josef Hader: Es kann durchaus sein, dass man eigentlich nicht beides machen sollte, weil dann immer irgendetwas vielleicht draufzahlt. Ich durfte schon bei den Filmen davor bei der Regie mitmachen, deswegen habe ich es mir zugetraut, ich würde es heute wieder machen, aber ich würde… ich werde mir bei dem nächsten Film überlegen, ob ich wirklich die Hauptrolle spielen wollen würde. Ich werde eher eine wichtige Nebenrolle spielen und jemand anderem die Hauptrolle überlassen.

HaiZeit: Gab es irgendeinen Charakter in dem Film, den Sie unsympathisch fanden?

Josef Hader:  Ich habe versucht, auch bei der Wahl der Schauspieler und den Proben, dass eigentlich alle Figuren ein bisschen etwas Unsympathisches und auch etwas Sympathisches haben. Weil ich finde ein Charakter der zum Beispiel nur unsympathisch ist, ist genauso langweilig, wie ein Charakter der nur sympathisch ist. Ich finde es ist schön, wenn jede Figur beide Farben in sich hat. Also ich hoffe, dass das Publikum auch niemanden ganz unsympathisch fand.

HaiZeit: Hatten Sie irgendeine Lieblingsszene in ihrem Film?

Josef Hader: Ich mag gerne die Schnee-Szenen und ich mag die Szenen, wo die zwei vor der Jagdhütte sitzen und Suppe essen und zwei Männer so wie ein normales Ehepaar miteinander streiten, das mag ich auch gerne.

HaiZeit: Haben Sie bereits Pläne für ein nächstes Projekt?

Josef Hader: Ich habe den Plan, dass ich jetzt einmal ab nächster Woche einen Monat lang, keine richtige Arbeit habe, das heißt ich kann da nachdenken und überlegen. Die ersten Wochen werde ich vielleicht gar nichts tun und mich ein bisschen erholen. Dann werde ich überlegen, was ich als nächstes mache. Ich würde gerne ein neues Kabarett-Programm machen und ich hätte noch gerne eine neue Filmidee, aber momentan habe ich noch nichts im Kopf. Muss mal ein bisschen eine Ruh geben und nachdenken und dann hoff ich schon, dass wieder was kommt.

HaiZeit: Vielen Dank für das Interview!

Josef Hader: Kein Problem!

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